Oft werden wir gefragt, wie denn so ein Alltag auf dem Hof aussieht, diese Frage will ich an dieser Stelle beantworten. Natürlich variieren die Tagesabläufe, je nachdem ob ein oder mehrere Tiere gerade intensive Pflege brauchen oder besondere Aktionen (Schafschur, Hufschmied, Heu- und Strohernte, Tierarztfahrten und anderes) anstehen. Ich werde einfach über die Grundarbeiten berichten und vielleicht ein paar Extraarbeiten/Aufgaben, die nicht immer anstehen, einfügen. 

Mit den Arbeiten direkt am Hof beschäftigt sind: Sigulf, Manfred, Christiane und Manuela. Alle, sowie auch Roland, springen wo nötig ein (zum Beispiel nächtliche Pferde-hebeaktionen) oder versuchen außerhalb Geld für die Gemeinschaft zu verdienen.




Etwa 07:00 Uhr morgens: die Hundegruppe, die Gänse, die Hühner und der Hahn werden rausgelassen. Alle großen Vogeltiere, bekommen neues Wasser und Essen. 

Dann kommen die Pferde raus (im Sommer auf die Weide, im Winter in den Auslauf). Im Winter wird Heu verteilt und gefrorenes Wasser aufgeschlagen, 1000 Liter für die Pferde und 10 Liter Eimer für die anderen. Im Sommer wird das Wasser nachgefüllt. Danach sind die kleinen Vögel dran, die Volieren werden geöffnet und das Licht im Haus eingeschaltet. In der Zwischenzeit wurden die Hunde und Katzen das erste Mal am Tag mit Essen versorgt. 

Die Kaninchen bekommen ihr Frühstück und der Stall wird für den Tag geöffnet, so dass sie raus und rein können, wie sie möchten. Die Schafe und Ziegen bekommen ein kleines Leckerlie, da sie sonst keine Ruhe geben.

Andersfarbig, Beispiele für Zusatzaufgaben, die zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Textes aktuell waren, sich aber mit anderen Tieren auch ähneln oder wiederholen, weswegen ich sie ergänzend eingefügt lasse:

Der Hund Angus, ein Schlaganfallpatient, wird versorgt, da er nicht alleine aufstehen kann. Er wird mit Tragevorichtungen herumgeführt, damit die Verdauung besser funktioniert. Er bekommt zu essen und wird mit einer frischen Windel wieder hingelegt. Und wenn wir Glück haben, ist er damit erstmal  zufrieden. 

Die Fahrt zum Supermarkt steht wie jeden Morgen an, um das Restegemüse für die Tiere abzuholen. Vielleicht muss auch noch der Vorrat an Heucobs, Mash und Quetschhafer eingekauft und aufgefüllt werden. Bis dahin ist es dann bereits 09.00 bis 09:30 und es gibt Frühstück für die Menschen. 

Nach dem Frühstück geht es mit dem Essen geben und der Gehege- und Stallsäuberung der „Zier“-Vögel und Katzen weiter. 

Katzenklos müssen gereinigt und die Räume gefegt werden und nebenbei bekommen alle, die es wollen, Streicheleinheiten. 

Um ca. 10:00/11:00 Uhr wird die kleine Chinchilla Dame Susi das erste Mail gefüttert, da sie nicht mehr alleine isst. 

Danach stehen weitere Säuberungsarbeiten für die größeren Tiere an. Die Hundegruppe wird reingebracht, damit die Gänse ihre Zeit zum grasen auf der Wiese bekommen. 

Christiane geht zu den Katzen, guckt nach dem Rechten und verteilt, wo nötig, Medizin und gibt Essen nach.

Zwischendurch bellt der Schlaganfallpatient, weil er ein Bedürfnis hat oder ihm langweilig ist und wer gerade in der Nähe ist kümmert sich um ihn. 

Dann sind auch schon wieder vier Stunden um, und die Chillimaus bekommt wieder ihren Kräuterbrei.

Manuela versucht zwischen den Zeiten und Arbeiten mit den Tieren, an die Arbeiten zu gehen, die Geld einbringen sollen. Oder sie sitz am Computer und beantwortet Mails und muss schweren Herzens Tieraufnahme Anfragen ablehnen oder sie bearbeitet die Internetseite.

Sigulf kümmert sich um kaputte Zäune, Brennholz, Stallausmisten und  Wartungsarbeiten.

Manfred fährt Katzenmist weg oder leert Mülleimer und Karren aus, tauscht wieder Hunde gegen Gänse. Setzt das Spezialessen für die alten Pferde und bedürftigen Schafe und Ziegen an. Das Schweine-Essen wird zubereitet und an die Schweine verteilt. Falls nötig werden in dem Augenblick, da sie mit Essen beschäftigt sind, bei dem ein oder anderen die Klauen gekürzt. 

Und wieder meldet sich Angus und will versorgt werden. Wer in der Nähe ist oder ihn hört, kommt zu ihm.

Es ist später Nachmittag, früher Abend. Die Pferde werden von der Weide geholt oder vom Auslauf und für die Nacht in die Stallungen gebracht. Die alten oder kranken Pferde bekommen ihre Spezial-Essen-Eimer und die Ziegen und Schafe ihre Portion Rübenschnitzel und Schaftkraft. Die Kaninchen gehen  für die Nacht in ihre Stallungen und werden noch einmal mit Essen und Wasser versorgt. Die großen Vögel bekommen noch eine Abendmahlzeit. Bei den kleinen Vögeln, werden die Fenster und Klappen geschlossen und die Sittiche werden durchgezählt. 


Die „Zauberkessel“-Kumpanei vom Hof (Roland und Christiane) fährt nach Walsrode, um die Gäste mit feinem veganen Essen und guter Laune zu verwöhnen und die vegane Lebensweise zu verbreiten.

Und es sind wieder sind vier Stunden um, Chillimaus hat Hunger. Und wenn es gerade geht, dann können sie und ihre Nachbarin eine Weile im Zimmer herumtoben.

Die Katzen bekommen ihre Abendmahlzeit.

Angus möchte wieder etwas, er bellt. 

Die Hunde werden für die Nacht ins Hundehaus gebracht, die Eimer von den Ziegen und Pferden wieder eingesammelt und gereinigt. 

Angus, wird wieder versorgt und reingetragen, da es draußen kühler wird oder die Mücken in ihm eine leichte Beute finden könnten. 

Langsam kommt alles ein wenig zur Ruhe. 

Es ist 23:30/24:00 Uhr, die Chillimaus bekommt ihre Nachtmahlzeit. Der Schlaganfallpatient bellt! 

Schließlich ist er zufrieden und schläft ein paar Stunden durch.

Wir legen uns zur Ruhe und hoffen auf eine ruhige und gute Nacht.

04:00 der alte Hund möchte gern etwas trinken und auf die andere Seite gelegt werden. Wieder ins Bett, 2. Versuch zu schlafen.

05:00 Uhr es klopft draußen laut gegen Holz. Lizzy die alte Stute! Sie hat sich wieder verlegt und muss aus einer schlechten Lage befreit werden. 500 Kg Pferd müssen mit einem Hebegurt und dem Trecker oder einem Kettenzug, sowie der Hilfe von vier Menschen aufgehoben und wieder hingestellt werden, da sie es alleine nicht schafft. Nach getaner Aufgabe, ca. eine Stunde später, 3. Versuch die Nacht zur richtigen Nacht zu machen.

07:00 Uhr Morgens, der Wecker braucht gar nicht klingeln, denn wir sind auch von alleine schon wach, müde und bereit unser Tagwerk zu erledigen!

 

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